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Kaisers-Marine


S.M. U-Boot U 9

S.M. U-Boot U 9 lief am 22.02.1910 bei der Kaiserlichen Werft Danzig vom Stapel. Es handelte sich um ein rd. 51,4 m langes und 6 m breites Zweihüllen-U-Boot, das für eine Tauchtiefe von bis 50 m ausgelegt war. Der Unterwasserantrieb erfolgte elektrisch, während für die Überwasserfahrt zwei 1.030 Ps leistender Petroleummotoren zur Verfügung standen. Die Petroleummotoren verliehen dem Boot eine Geschwindigkeit von rd. 15 kn bei der Überwasserfahrt, die starke Abgasfahne machten das Boot jedoch weithin sichtbar. Bewaffnet war U 9 mit zwei Bug- und zwei Hecktorpedorohren sowie einer 3,7 cm Revolverkanone an Deck, die 1915 durch ein 5 cm-Bordgeschütz ersetzt wurde. Die Besatzung bestand (bei Kriegsbeginn 1914) aus 26 Mann, davon 3 Offiziere.

Die Indienststellung von U 9 erfolgte am 18.04.1910 unter Kptl. Waldemar Kophamel, der bis 30.09.1911 Kommandant blieb. Das Boot wurde zunächst einer ausgiebigen Erprobung unterzogen und dann der am 27.09.1910 geschaffenen Unterseebootsflottille zugeteilt. Mit der Teilung dieser Flottille in zwei Halbflottillen zum 01.10.1912 kam das seit dem 01.10.1911 unter dem Kommando von Kptl. Otto Weddigen stehende Boot zur I. U-Boot-Halbflottille.

Nachdem eine unmittelbar nach Kriegsbeginn begonnene Feindfahrt noch erfolglos geblieben war, lief U 9 am 20.09.1914 von Helgoland zu einer Aufklärungsfahrt aus, die das Boot zum bekanntesten U-Boot des Krieges machen sollte. Am 22.09.1914 entdeckte Kptl. Weddigen etwa 42 km westlich Den Helder nacheinander die drei britischen Panzerkreuzer Aboukir, Hogue und Cressy und versenkte alle 3 Schiffe innerhalb von rd. 90 Minuten. Dabei verloren 62 Offiziere und 1.405 Mannschaften ihr Leben, 837 konnten gerettet werden. Dieser Erfolg machte Weddigen in Deutschland zum Kriegshelden und nicht nur Weddigen und seine Besatzung wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet, sondern auch das Boot selbst führte das EK fortan am Turm.
Nur rd. 3 Wochen später gelang es Weddigen auf der nächsten Feindfahrt am 15.10.1914 vor Aberdeen den britischen Kreuzer Hawke zu versenken. Weddigen erhielt daraufhin als erster Marineoffizier überhaupt vom Kaiser den Orden Pour le Merite.
Weddigen versenkte nach Eröffnung des Handelskrieges mit U 9 auch noch 3 Handelsschiffe, bevor er am 14.01.1915 das Kommando an seinen bisherigen WO Oblt. z.S. Johannes Spies abgab. Dieser führte das Boot bis zum 19.04.1916 und versenkte in dieser Zeit 3 feindliche Dampfer sowie 10 kleinere Fischereifahrzeuge. Danach wurde U 9 aus dem Fronteinsatz herausgezogen und kam zur U-Boot-Schule, wo das Boot der Ausbildung künftiger U-Bootfahrer diente. Das Boot überstand den Krieg, wurde nach Kriegsende an England ausgeliefert und schließlich dort abgewrackt.

Das obige Foto zeigt eine Nahaufnahme von zwei U-Boot-Türmen. An beiden Türmen ist jeweils ein hufeisenförmiger, roter Rettungsring angebracht. Leider ist die Perspektive des Fotos nicht so, dass die Aufschrift klar und völlig zweifelsfrei zu lesen wäre, jedoch meine ich, bei dem rechten Rettungsring U 9 lesen zu können.


Das weitere Foto zeigt die Besatzung von U 9 mit frisch verliehenen Eisernen Kreuzen vor der Garnisionskirche in Wilhelmshaven. Weddigen wurde das EK 1 und 2 verliehen, der Rest der Besatzug erhielt das EK 2. Rechts neben Weddigen sitzt der Marine-Ing. Karl Schön, während der WO Lt. z.S. Johannes Spies sich nicht auf dem Bild befindet.


Eines der unzähligen Weddigen-Fotos, die nach dem Erfolg gegen die britischen Panzerkreuzer im Deutschen Reich Verbreitung fanden. Es zeigt ihn mit seiner Frau, die er kurz vor dieser Feindfahrt geheiratet hat. Lange hatte dieses Glück nicht Bestand, Weddigen fand bereits am 18.03.1915 mit der gesamten Besatzung seines neuen U-Boots U 29 den Tod.