Kaisers Mar ine
Kaisers-Marine


S.M.S. Möwe

S.M.S. Möwe war ein Vermessungsschiff der Kaiserlichen Marine. Schwesterschiff war die S.M.S. Planet. Die Möwe wurde auf der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven gebaut und lief am 02.07.1906 vom Stapel. Die Indienststellung folgte am 12.03.1907.
Die Möwe war das zweite speziell für Forschungs- und Vermessungsaufgaben gebaute Schiff der Kaiserlichen Marine. Das Schiff war mit einer Länge von 58,9 m und einer Breite von 9,8 m fast ebenso groß wie das Schwesterschiff und hatte eine Besatzung von ca. 100 Mann. Bewaffnet waren beide Schiffe mit zwei 3,7 cm Revolverkanonen sowie zwei MG.
Die Möwe wurde zunächst für Vermessungsfahrten in der Nord- und Ostsee eingesetzt. Im Mai 1911 verließ das Schiff dann jedoch Wilhelmshaven um in Übersee Dienst zu leisten und  astronomische, magnetische, meteorologische und ozeanographische Untersuchungen zunächst an der Atlantikküste von Europas und anschließend vor Afrika durchzuführen. Nach Aufenthalten vor West- und Südwestafrika verlegte die Möwe Ende 1912 nach Deutsch-Ostafrika und setzte ihre Messungen dort fort. Die Besatzung sammelte unter anderem Erkenntnisse über die Wasserverhältnisse vor Westafrika und die Unterseestruktur vor der Kongo-Mündung. Für 1914 war eine Fahrt in den Indischen Ozean zur Tiefseeforschung geplant, die aber aufgrund des Kriegsausbruchs nicht mehr stattfand.
Am 08.08.1914 wurde das Schiff in Daressalam von der eigenen Besatzung gesprengt. Die Artillerie wurde demontiert und ebenso wie die Mannschaft in die dt. Schutztruppe unter Oberstleutnant v. Lettow-Vorbeck eingegliedert.
1922 wurde die Möwe gehoben und in den folgenden Jahren nach und nach abgewrackt.
Das obige Foto zeigt einen Offizier des Schiffs im Kreise eines Teils der Mannschaft vor der Brücke des Schiffs. An der Brücke ist ein Rettungsring befestigt, der zwar leider nicht vollständig auf dem Bild ist, aber zumindest den Schiffsnamen erkennen lässt. Die Ausführung mit einer einfachen, weißen Schrift ist identisch mit der S.M.S. Planet. Die Karte trägt rückseitig einen Poststempel vom September 1910, so dass das Foto noch während der Zeit des Dienstes in heimischen Gewässern gefertigt wurde.

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