S.M.S. BRESLAU
S.M.S. Breslau war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine und das zweite Schiff der 4 Einheiten umfassenden Magdeburg-Klasse. Dem Stapellauf am 16.05.1911 auf der A.G. Vulcan- Werft in Stettin folgte die Indienststellung durch die Kaiserliche Marine am 10.05.1912.
Nach der Indienststellung erfolgte die übliche Erprobung des neuen Schiffs durch die Marine. Diese verlief - unterbrochen durch eine Abordnung als Begleitschiff für die Kaiserjacht S.M.S. Hohenzollern während der Kieler Woche und der Nordlandreise des Kaisers nach Norwegen im Sommer - zufriedenstellen, so dass der Kreuzer im September 1912 auch am großen Herbstmanöver teilnehmen konnte.
Am 26.09.1912 wurde die Breslau der Aufklärungsgrppe der Flotte zugeteilt. Diese Unterstellung war jedoch lediglich von kurzer Dauer, da das Schiff bereits im November 1912 der vor dem Hintergrund des 1. Balkankrieges mit Order vom 01.11.1912 neugebildeten „Mittelmeer-Division“ zugeordnet wurde. In Begleitung des als Flaggschiff der Division bestimmten Großen Kreuzers S.M.S. Goeben verließ die Breslau am 05.11.1912 Wilhelmshaven und erreichten am 13.11.1912 Malta. Das Ende der Kampfhandlungen bereits im Dezember 1912 machte ein größeres Eingreifen der beiden Schiffe jedoch überflüssig. Während die S.M.S. Goeben von hier nach Konstantinopel lief, begab sich die Breslau nach Alexandria, wo sie sich mit den beiden anderen Schiffen der Division S.M.S. Hertha und S.M.S. Geier traf. Sie lief dann mehrere Häfen der Ägäis an und schließlich ebenfalls nach Konstantinopel. Nach der Ermordung des griechischen Königs Georg I holte der Kreuzer am 25. 03.1913 in Brindise Prinz Ernst August von Cumberland, den künftigen Schwiegersohn des Kaisers, und in Korfu Prinz Heinrich von Preußen zur Teilnahme an den Beisetzungsfeierlichkeiten ab.
Ab dem 10.04.1913 nahm die Breslau an der internationalen Blockade der Küste Montenegro teil. Der internationale Einsatz diente u. a. dazu Montenegro an einer Besetzung Skutaris hindern, das an Albanien fallen sollte. Nach längerem Streit in der internationalen Kommission wurde im Mai der Kommandant der Breslau, Fregattenkapitän Leberecht von Klitzing, zum Zivilkommissar des von den Osmanen geräumten Gebietes ernannt. Von Kapitänleutnant v. Loewenfeld vertretungsweise geführt, holte die Breslau am 30.06.1913 im österreichischen Flottenstützpunkt Pola das aus den Seebataillonen gebildete Skutaris-Detachement ab. Von S.M.S. Geier abgelöst, marschierte der Kreuzer dann vom 06.08. - 10.08.1913 nach Konstantinopel, wo er bis zum 27.10.1913 verblieb. Den Jahreswechsel 1913/1914 verbrachte er in Messina.
Von Januar 1914 bis zum 18.03.1914 befand sich die Breslau zur Generalüberholung in Triest. Zusammen mit der S.M.S. Goeben begleitete sie dann ab dem 27.03.1914 die Kaiseryacht S.M.S. Hohenzollern auf der Mittelmeerreise von Kaiser Wilhelm II nach Korfu. Am 04.05.1914 trennten sich die Schiffe und die Breslau nahm den Patrouillendienst in der Ägäis wieder auf. Am 05.06.1914 traf sie erneut mit der Goeben in Alexandria zusammen und erhielt den Befehl, die Lage in Albanien zu beobachten, wo der deutsche Prinz Wilhelm zu Wied zum Fürsten gewählt worden war. Ab dem 20.06.1914 lag sie zunächst vor Durazzo und stellte auch zehn Mann zum Schutz des Konsulats an Land ab, bevor am 08. 07.1914 ein erneutes Treffen mit der S.M.S. Goeben vor Korfu erfolgte, da Admiral Souchon die Lage mit seinen Kommandanten besprechen und Verabredungen für den Kriegsfall treffen wollte. Als Ergebnis der Besprechung nahm die Breslau am 01.08.1914 in Durazzo ihr Landkommando wieder an Bord und lief vereinbarungsgemäß zunächst nach Brindisi und anschließend weiter nach Messina, wo am Abend des 02.08.1914 auch die S.M.S. Goeben eintraf.
Bereits am 02.08.1914 verlegten die beiden Schiffe ins italienische Messina – Italien gehörte zu diesem Zeitpunkt noch mit Deutschland und der k. u. k. Monarchie zum Dreibund – um mit den Verbündeten das gemeinsame Vorgehen abzusprechen. Italien erklärte jedoch überraschend seine Neutralität und die k. u. k. Kriegsmarine beabsichtigte lediglich auf der Adria in der Nähe ihrer Stützpunkte zu operieren. Admiral Souchon war somit mit seinen beiden Schiffen auf sich alleine gestellt.
In dieser Situation entschloss sich Admiral Souchon am 03.08.1914 Messina überraschend zu verlassen, um am Morgen des Folgetages vor der afrikanischen Küste zu stehen, um nach der erwarteten französischen Kriegserklärung die Häfen von Bone und Phillipeville zu beschießen. Der Beschuss der dortigen Häfen traf die Franzosen unvorbereitet und führte zu einer Verzögerung der Verschiffung der dort bereitstehenden Truppen nach Europa für 4 Tage.
Die inzwischen bei Admiral Souchon eingegangene Weisung des Admiralstabs, sich mit seinen beiden Schiffen nach Konstantinopel zu begeben, ließ Souchon erneut Messina ansteuern, da sich die Entfernung mit dem vorhandenen Kohlevorrat nicht bewältigen ließ. Über 2 Tage wurde von den beiden Besatzungen unter Anspannung aller Kräfte soviel Kohle wie möglich von im Hafen liegenden Handelsschiffen übernommen, bevor der Verband am 06.08.1914 wieder auslief. Kaum wieder auf See erreichte Admiral Souchon nun die Weisung statt nach Konstantinopel in die Adria durchzubrechen, um im Schutze der k. u. k. Flotte die weitere Entwicklung abzuwarten. Admiral Souchon, dessen Verband von englischen Schiffen – die englische Kriegserklärung stand zu diesem Zeitpunkt noch aus, war jedoch zu erwarten – beschattet wurde, hielt diese Weisung jedoch nicht für ohne weiteres durchführbar, und entschloss sich, entsprechend der ursprünglichen Weisung nach Konstantinopel zu dampfen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit der beiden deutschen Schiffe sowie einiger Finten bezüglich des Kurses gelang es, die beschattenden englischen und französischen Kreuzer abzuhängen und am 10.08.1914 in den Bosporus einzulaufen und in Sichtweite des Sultanpalastes vor Anker zu gehen.
In diplomatischen Kreisen begann nun ein Ringen um den Eintritt des Osmanischen Reichs in den Krieg. Bereits am 02.08.1914 war zwischen dem Deutschen Reich und dem Osmanischen Reich ein Beistandspakt für den Fall eines Krieges des Osmanischen Reichs mit Russland unterzeichnet worden. Noch war dieser Fall jedoch nicht eingetreten, das Osmanischen Reich noch neutral. Um das Osmanischen Reich weiter an sich zu binden und weil Schiffe einer kriegsführenden Nation nur eine begrenzte Zeit im Hafen eines neutralen Staates liegen dürfen, kam es dazu, dass die beiden deutschen Schiffe offiziell dem Osmanischen Reich übereignet wurden. Am 15.08.1914 wurde auf den beiden Schiffen die osmanische Flagge aufgezogen und aus der S.M.S. Goeben wurde die YAVUZ SULTAN SELMI und aus der Breslau die MIDILLI. Die Besatzungen blieben die bisherigen.
Die folgenden Wochen wurden genutzt, um zum einen die ehemals deutschen Schiffe wieder klar zu machen, vor allem jedoch um die sowohl personell als auch materiell eher desolaten übrigen türkischen Marineeinheiten, auf die zur Unterstützung auch deutsches Personal eingeschifft worden war, kriegsbereit zu machen.
Im Oktober 1914 waren die militärischen und diplomatischen Vorbereitungen dann soweit gediehen, dass Admiral Souchon von dem starken Mann auf osmanischer Seite, Enver Pascha, den Befehl erhielt, die russische Flotte anzugreifen. In großzügiger Auslegung dieses Befehls beschoss die türkische Flotte unter dem Kommando von Admiral Souchon daraufhin vom 27.10. bis 31.10.1914 die russischen Häfen von Sewastopol, Odessa, Noworossik und Feodosia. Von der MIDILLI wurden bei diesem Unternehmen am 29.10.1914 60 Minen vor Kerc geworfen und anschließend in der Zeit vom 10:50 bis 12:40 Uhr der Hafen von Noworossisk mit 308 Granaten beschossen, wodurch nicht unerhebliche Schäden an Öltanks, Pieranlagen sowie Schiffen im Hafen entstanden.
Das nächste Gefecht folgte bereits am 18.11.1914. Nachdem russ. Schiffe am Morgen des Vortages den Hafen von Trebizond beschossen hatten, verlegten die YAVUZ und die MIDILLI mit höchster Fahrt in Richtung Sewastopol um den russ. Verband nach Möglichkeit abzufangen. Kurz nach 12.00 Uhr kamen dann 5 russ. Schlachtschiffe aus dem Nebel heraus in Sicht und es kam zu einem Schusswechsel, der auf dt. Seite jedoch in erster Linie von der YAVUZ geführt wurde.
Im November und Dezember begleiteten die MIDILLI mehrfach osmanische Truppentransporte an die Kaukasusfront. Am 23. 12.14 sichtete sie alleinmarschierend um 4.00 Uhr die russische Flotte. Im Licht ihres Suchscheinwerfers konnte sie den als Blockschiff vorgesehenen DampferAthos versenken, eine Salve auf ein russisches Linienschiff abgeben und dann ablaufen.
Der Kreuzer führte Anfang 1915 eine Reihe von Einsätzen durch, darunter einen gemeinsam mit der HAMIDIYE im Januar, bei dem sie auf die russische Flotte stießen. Die MIDILLI geriet zwar unter schweren Beschuss, wurde jedoch nicht getroffen und konnte sich in der einbrechenden Dunkelheit zurückziehen.
In den folgenden Monaten wurde die Einsatzfähigkeit der MIDILLI problematisch. Sie war während der kritischen Tage der anglo-französischen Dardanellen-Operationen aufgrund von Defekten an ihrer Steuerbord-Hochdruckturbine manövrierunfähig, was auch ihre Geschwindigkeit bei Einsätzen gegen die Häfen von Yalta und Feodosia im März 1915 einschränkte.
Im Rahmen einer größeren Operation der türkischen Flotte standen YAVUZ und MIDILLI am 02./03.04.1915 vor Sewastopol in der Absicht, russ. Kräfte auf sich zu ziehen. Dabei gelang es den beiden Schiffen zunächst nur 2 russ. Frachter mit Zucker zu versenken. Als es dann doch noch zu einem Kontakt mit russ. Kriegsschiffen kam, zogen sich die beiden dt. Schiffe angesichts der Überlegenheit der feindlichen Kräfte zurück; die kurze wechselseitige Beschießung blieb ergebnislos.
Am 10. und 11.06.1915 griff die MIDILLI vor Zonguldak die russischen Zerstörer „Derzki“ und „Gnevny“ an und setzte letzteren mit ihrer ersten Salve außer Gefecht, wobei sie selbst drei Treffer einstecken musste, die jedoch nur geringen Schaden anrichteten. Es zeigte sich bei dem Gefecht jedoch einmal mehr, dass die modernen russischen Zerstörer der MIDILLI, die lediglich mit 10,5-cm-Kanonen ausgerüstet war und zudem zwei ihrer 10,5-cm-Kanonen an die Verteidigungsanlagen der Dardanellen hatte abgeben müssen, ebenbürtig waren.
Die MIDILLI lief am 18.07.1915 auf einer Fahrt von Konstantinopel aus auf eine Mine unter dem Kesselraum Nr. 4, nahm 600 Tonnes Wasser auf und verlor acht Mann, konnte jedoch aus eigener Kraft nach Istinye zurückkehren.
Die vollständigen Reparaturen dauerten bis Februar 1916, obwohl der Kreuzer bereits ab dem 24.10.1915 mit zehn Kesseln wieder hätte fahren können. Der Hauptgrund für die verlängerte Überholungszeit war, dass das vordere Paar 10,5-cm-Kanonen durch eine einzelne 15-cm-Kanone ersetzt und eine weitere dieser Art auf dem Achterdeck aufgestellt wurde.
Am 27. und 28.02.1916 diente die MIDILLI als Transportschiff für militärische Verstärkungen nach Trabzon, wobei sie unterwegs den russischen Zerstörern „Pronzitelni“ und „Bespokoiny“ auswich.
Weitere Transporte fanden vom 11. bis 13.03.1916 statt und auch am 03.04.1916 wurden Material und Truppen in Trabzon angelandet. Mit dem Kommandanten des dort liegenden dt. U-Boot U 33 wurde bei dieser Gelegenheit vereinbart, die nahe russische Front anzugreifen. Ab 09:00 Uhr beschoss die MIDILLI für 15 Minuten Militärlager bei Sürmene. Hierbei wurde auch der russische Minensucher T 233 getroffen und anschließend durch U 33 versenkt.
Nach Norden ausholend versenkte die MIDILLI gegen Abend auch noch ein russisches Segelschiff vor Tuapse, bevor sie am 04.04.1916 auf das russische Schlachtschiff Imperatrica Marija, das sich in Begleitung eines Kreuzers und mehrerer Zerstörer befand, stieß. Es gelang der MIDILLI jedoch zunächst unerkannt zu bleiben und Abstand zu dem russischen Verband zu gewinnen, bevor die Russen schließlich doch das Feuer eröffneten. Die MIDILLI konnte jedoch entkommen, obwohl zahlreiche Geschosse gefährlich nahe einschlugen und sie von Splittern getroffen wurde.
Anfang Mai 1916 legte die MIDILLI Minenfelder vor Izmail und am Kap Tarkhankut auf der Krim. Auch wurde Eupatoria bei dieser Unternehmung beschossen. Am 30.05.1916 transportierte der Kreuzer Truppen nach Sinope und Samsun und kehrte mit einer Ladung Getreide und Tabak zurück.
Im folgenden unterstützten MIDILLI und YAVUZ einen osmanischen Gegenangriff bei Trapezunt, wobei die MIDILLI am 04.07.1916 vor Sotschi 3 russische Schiffe versenkte. Am 21. 07.1916 wäre die MIDILLI beinahe vom russischen Schlachtschiff „Imperatritsa Mariya“ gestellt worden, als sie versuchte, vor Noworossijsk ein Minenfeld zu legen; sie entkam mit Splitterschäden und einer Reihe von Verwundeten.
Ab Spätsommer 1916 begann dann ein größer Umbau des Kreuzers, der bis Frühjahr 1917 dauern sollte. Bei der MIDILLI wurden die Maschinen überholt, die verbliebenen zehn 10,5-cm-Geschütze wurden ausgebaut und durch sechs weitere 15-cm-Geschütze an der Breitseite ersetzt. Zudem wurde eine Feuerleitanlage für die Geschütze installiert, unterstützt durch zusätzliche Entfernungsmesser im Bug und Heck. Die Arbeiten wurden am 30.04.1917 abgeschlossen. Das Schiff hatte nun eine völlig andere Anordnung und Anzahl an Geschützen als ihre beiden noch intakten Schwesterschiffe in Deutschland.
Im Mai 1917 legte die MIDILLI ein Minenfeld vor der Mündung der Donau und zerstörte zudem die Funksendeanlage auf der Insel Fidonisi vor Izmail. Auf dem Rückweg stieß sie auf eine russische Streitmacht unter Führung der „Svobodnaya Rossiya“ (ehemals „Imperatritsa Ekaterina Velikaya“), konnte jedoch erneut entkommen. Am 01.11.1917 lief die MIDILLI aus, um eine Minenräumung durchzuführen, die jedoch von den Russen entdeckt wurde. Eine mögliche Abfangaktion durch die „Svobodnaya Rossiya“ und das neue Schlachtschiff „Volya“ (ehemals „Imperator Aleksander III“) wurde aber durch eine Meuterei an Bord des erstgenannten Schiffes vereitelt.
Nachdem der Krieg im Schwarzen Meer nach der russ. Oktoberrevolution und dem anschließenden Waffenstillstand vom 15./16.11.1917 faktisch beendet war, war es das Bestreben der dt. Seite, die türkische Marine im östlichen Mittelmeer gegen den französisch/englischen Gegner einzusetzen. Hierzu plante man für den Januar 1918 einen Vorstoß durch die Dardanellen ins Mittelmeer.
Am 20.01.1918 begann dieser Vorstoß, an dem neben YAVUZ und MIDILLI auch noch die türkischen Schiffe MUAVENET, NÜMUNE, BASRA und SANSUN beteiligt waren. Das Unternehmen stand jedoch unter keinem guten Stern. Der Verband hatte gerade erst nach dem Passieren der äußersten eigenen Minensperre die freie Ägäis erreicht, als eine Minendetonation in Höhe der Abteilungen X/XI die YAVUZ erschütterte. Rd. 200 t eingedrungenes Wasser verursachten eine leichte Schlagseite nach bb. Rd. ¼ Std. später wurde die Fahrt fortgesetzt und kurz nach Sonnenaufgang kamen gegen 7:20 Uhr die ersten britischen Seestreitkräfte, nämlich 2 Zerstörer sowie die beiden in der Kuso-Bucht liegenden Monitore Raglan und M 28 in Sicht. In einem kurzen, einseitigen Gefecht wurden die beiden Monitor von YAVUZ und MIDILLI versenkt, während die Zerstörer die Flucht ergriffen.
Da hier keine weiteren feindlichen Kräfte, die hätten bekämpft werden können, vorhanden waren, wurde um 8:02 Uhr eine Kursänderung um 180° befohlen, um nun den Hauptstützpunkt der Bewachungsstreitkräfte, die Mudros-Bucht der Insel Limanli, anzusteuern. Hierbei gerieten die MIDILLI und die dahinter laufende YAVUZ jedoch in ein Minenfeld. Ein erster Treffer im Achterschiff der MIDILLI führten neben einem Wassereinbruch auch zum Ausfall der Ruderanlage sowie der Steuerbordmaschine, so dass das Schiff manöverierunfähig war. Bei dem daraufhin eingeleiteten Versuch die MIDILLI durch die YAVUZ abzuschleppen, erhielt auch die YAVUZ einen Minentreffer, so dass dieser Versuch abgebrochen werden musste.
Die Schiffsführung versuchte daraufhin den steuerlos mitten im Minenfeld treibenden Kreuzer mit der verbliebenen Maschine rückwärts aus dem Minenfeld zu steuern. Dieser Versuch scheiterte jedoch aufgrund zweier weiterer schwerer Minentreffer sehr schnell. Während die zweite Mine im Bereich der Abteilungen VII und VIII und den Kesselräumen I und II explodierte, denonierte die dritte Mine im Bereich der Abteilungen V und VI und den Backbordmaschinenräumen. Damit verbunden war auch der Ausfall der Backbordmaschine, so dass das Schiff nun völlig bewegungsunfähig war.
Während die YAVUZ den Rückmarsch angetreten hatte, um nicht auch noch den Verlust dieses bereits angeschlagenen Schiffs zu risikieren, hoffte man auf der MIDILLI darauf, dass herbeigerufene Torpedoboote noch so rechtzeitig kommen würden, um die Besatzung von dem todgeweiten Schiff zu bergen. Ein weiterer Minentreffer unter dem Heizraum IV in der Abteilung X beendete jedoch auch diese Hoffnung, das Volllaufen dieses großen Raums führte zum Sinken des Schiffs. Während des Unterganges explodierte dann noch eine fünfte Mine im Bereich der Brücke.
Von der Besatzung fanden 331 dt. und osmanische Seeleute bei den Minenexplosionen und im 8 Crad kalten Wasser den Tod, während 162 von inzwischen erschinen britischen Zerstörern gerettet werden konnten und in Gefangenschaft gerieten.
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Das obige - leider nicht datierte - Foto zeigt 10 Matrosen im weißen Zeug mit dem Mützenband „S.M.S. BRESLAU“ und einem Rettungsring des Schiffs. Dieser Rettungsring ist insofern bemerkenswert, als er nicht rot, sondern weiß gestrichen ist. Die Beschriftung besteht aus schwarzen Blockbuchstaben, die seitlich - wohl in einem Bronzeton ähnlich dem auf dem Rettungsring der S.M.S. Pommern für die Buchstaben verwendeten - nach rechts so eingefasst sind, dass die Buchstaben eine dreidimensionale Wirkung haben.

